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Alles im Lot – Höhlentauchen in Frankreich

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Lot-Map

Die vorletzte Woche (09.10.-15.10.2016) haben wir in Frankreich, im Lot (Midi-Pyrénées), zum Höhlentauchen verbracht. Diese Region zwischen Dordogne und Lot im Süden Frankreichs ist ein Mekka für Höhlentaucher in Europa und hat auch ansonsten noch viel zu bieten. Die fantastischen Landschaften und die wunderbare Natur laden u.a. zum Wandern, Kanu- und Radfahren ein. Es gibt malerische kleine Orte und Trockenhöhlen von gigantischem Ausmaß oder mit uralten Höhlenmalereien zu besichtigen.

Wir waren zuvor schon zweimal dort und haben damals bei Harald und Monique gewohnt (http://www.lotcavediving.eu). Diesmal haben wir es einmal mit einer Unterkunft, die wir über Airbnb gebucht haben, versucht.

Während ich bei Tauchurlauben in Gebieten mit warmen Wasser, wo ich dann im Nasstauchanzug tauche, vorher meist auf Spritzen umsteige, bin ich diesmal bei der Pumpe geblieben. Auch weil wir nur vier Tauchtage geplant hatten.

Rocamadour

Anreise und Tauchtag 1

Am Sonntag ging es dann gegen Mittag los und nach einer Übernachtung in Luxemburg, sind wir am Montag in Larroque-Toirac angekommen und haben es uns in unserem kleinen Häuschen gemütlich gemacht.

Am Dienstagmorgen ging es dann gleich los Richtung Célé-Tal zur Ressel. Die Emergence du Ressel ist eine Höhle, deren Eingang sich im Flussbett der Célé befindet. Normalerweise ist der Parkplatz dort an der Straße immer sehr voll, weil die Höhle unter anderem beste Bedingungen für Ausbildungstauchgänge bietet, aber wir hatten Glück und so standen wir völlig allein bei schönstem Sonnenschein dort. Vom Einstieg im Fluss muss man noch so ungefähr 80 Meter zum Eingang schwimmen, aber das Wasser floss nur ganz gemächlich und wir mussten uns nicht besonders anstrengen, bis wir dann endlich in die Unterwelt abtauchen konnten. Die ersten paar Meter war die Sicht etwas eingetrübt, aber das legte sich bald und wir hatten einen sehr entspannten ersten Tauchgang. In der anschließenden Pause konnten wir uns die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Erst da kamen dann noch weitere Taucher, die uns aber dann im Wasser auch erst auf dem Rückweg vom zweiten Tauchgang begegnet sind.

Ressel-Einstieg Célé

Ressel-Galeries des Blocs

Mein Freestyle Libre-Sensor mochte anscheinend das Tauchen nicht, vielleicht war es die Kälte (das Wasser in den Höhlen hat immer um die 13°C) oder was auch immer, auf jeden Fall zeigte der Scan schon nach dem ersten Tauchgang eine Abweichung von ca. 100 mg/dl höher an. Also habe ich mich lieber nicht drauf verlassen und beschlossen, nicht nur direkt vor den Tauchgängen, sondern auch in den Zwischenzeiten parallel blutig zu messen. Und weil die Abweichungen während der gesamten vier Tauchtage immer im Bereich von 50 bis 100 blieben, war das auch eine gute Entscheidung.

Durch Zufall hatten wir auf Facebook gesehen, dass Bekannte auch gerade in der Gegend waren. Wir haben uns für den Abend in Cajarc verabredet und dort lecker gegessen und gemütlich zusammengesessen.

Tauchtag 2

Am nächsten Vormittag musste erst einmal wieder Luft (bzw. Nitrox) auf die Flaschen. Also sind zunächst nach Gramat, was gut eine Stunde nördlich von uns entfernt war, gefahren und haben bei der Tauchbasis Oliv’Air nachgetankt. Anschließend sind wir weiter zur Cabouy, einer der Höhlen in der näheren Umgebung, gefahren. Dort war schon ordentlich Betrieb, die ersten kamen schon wieder aus dem Wasser, andere tauchten gerade ab. Die Gouffre de Cabouy ist eine der vier Quellen, an der der Fluss Ouyesse, der nur zu etwa ¼ oberirdisch verläuft, wieder zu Tage kommt. Der Höhleneingang befindet sich in einem großen Quelltopf, der auch auf einer Wanderroute liegt, sodass hier des öfteren Leute vorbeikommen, wobei sich der eine oder andere bestimmt über das Treiben der Taucher wundert.

Cabouy-Lot

Die Höhle fällt vom Eingang schräg ab bis auf ca. 28 Meter. Die Sicht im vorderen Bereich war sehr schlecht – so um 1 Meter – sodass man die Hauptleine gut im Blick behalten musste. Etwas weiter drinnen wurde die Sicht etwas besser – etwa 3 – 7 Meter -, reichte aber keineswegs, um die volle Dimension der Caboy zu erfassen. Ich hatte ein wenig mit meinen Ohren zu tun und so sind wir auch relativ früh wieder umgedreht. Nach dem Essen und ein wenig Entspannung haben wir dann noch einen Tauchgang gemacht. Bevor wir uns wieder auf den Heimweg machen konnten, haben wir noch einmal bei Oliv’Air haltgemacht, die Flaschen gefüllt und ein wenig gequatscht.

Oliv'Air-nachtanken

Tauchtag 3 – der Jubiläumstag

Eigentlich wollte ich am Donnerstag unbedingt wieder in der Ressel tauchen, weil ich dort meinen Jubiläumstauchgang machen wollte. Aber der Parkplatz dort an der Straße war gerammelt voll, sodass wir uns auf den Weg zur Cunhac (auch Ressel II genannt) gemacht haben, die ebenfalls ihren Einstieg in einem Flussbett hat, allerdings im Lot. Die Entscheidung war goldrichtig. Kaum hatten wir unseren Bulli abgestellt, kam die Sonne raus und wir ließen uns viel Zeit alles zusammenzuschrauben.

Cunhac-Vorbereitungen

der Eingang zur Cunhac liegt auf der anderen Seite des Lots

Um an den Eingang der Cunhac zu gelangen, muss man auf die andere Seite des Flusses schwimmen. Glücklicherweise war die Strömung nicht so stark und wir kamen locker ans Ziel. Ausgeruht und abgetaucht und erst einmal im Eingangsbereich in einer undurchdringlichen Fischsuppe gelandet. Sowas habe ich noch nie gesehen. Hunderte Fische waren auf den ersten 10 Metern in der Höhle versammelt und hatten den Boden etwas aufgewühlt. Danach wurde die Sicht richtig gut. Die Cunhac ist eigentlich nicht für besonders klare Sichtverhältnisse bekannt, aber wir hatten locker 10 – 12 Meter – top! Der Tauchgang war fantastisch, so hatte ich mir mein Jubiläum gewünscht, und weil er so toll war beschlossen wir, es damit zu belassen und nicht noch einen zweiten zu machen.

Cunhac-Birk im Eingangsbereich-1

Cunhac-aufgetaucht

Mein 500ster Tauchgang. Noch keinen musste ich wegen einer Unterzuckerung abbrechen. In der ganzen Zeit bin nur nach 2 oder 3 Tauchgängen mit leicht niedrigen Werten aus dem Wasser gekommen. An keiner Tauchbasis und bei keinem meiner Tauchausbilder war das Thema Diabetes jemals ein Problem. Und ich möchte noch mindestens noch 500 Tauchgänge – nein – 5000 Tauchgänge mehr machen.

Tauchtag 4

Am Abend zuvor hatte es angefangen zu regnen und nicht mehr aufgehört. Mal mehr oder weniger stark, aber nun durchgängig. Sowas lässt uns aber doch die Laune nicht vermiesen. Nass werden wir sowieso und wir wollten noch einen Fototauchgang in der Ressel machen. Die Suppe hing immer noch an den Bergen fest als wir losfuhren.

Der Gedanke, dass wegen des Wetters vielleicht Platz an auf dem Parkplatz an der Ressel sein könnte, erwies sich als falsch – er war bis auf den letzten Platz voll. Also sind wir erst einmal weitergefahren. Wir wollten eh noch ein bisschen was einkaufen, Käse, Wein usw. Also sind wir nach Figeac gefahren und haben darauf gehofft, dass wenn wir zurückkommen, vielleicht schon wieder ein Platz für uns frei ist. Nachdem wir den Supermarkt geplündert haben, war allerdings immer noch alles voll. Darum haben wir noch eine Runde gedreht und schon einmal das Auto für die Rückfahrt vollgetankt. Danach war dann etwas frei für uns, die Beharrlichkeit hatte sich ausgezahlt. Als wir dann soweit waren, ins Wasser zu hüpfen, waren wir letztendlich ganz alleine. Wir sind auch gar nicht besonders weit in die Höhle getaucht und haben uns lieber auf die Fotos konzentriert.

Ressel-Eingang

Ressel-Luftblasen

Ein Stündchen war dann doch schnell rum und als wir auftauchten regnete es immer noch. Irgendwann, während wir unser Tauchgerödel wieder abbauten, hörte es dann doch noch auf. Zurück in Larroque-Toirac konnten wir unseren letzten Abend noch bei Wein und Kerzenschein auf der Terrasse ausklingen lassen.

Die Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Bedingungen in den Höhlen waren gut und dass Wetter hat – bis auf am Freitag – mitgespielt. Die sechs Tauchgänge waren entspannt und haben viel Spaß gemacht. Auch die Unterkunft, das kleine Häuschen bei Jane in Larroque-Toirac war super. Rundum ein gelungener Urlaub.

Der Diabetes hat diesmal wieder gut mitgespielt. Wenn ich doch im Alltag auch mal so diszipliniert wäre 😉 Allerdings war ich vom Libre in Bezug aufs Tauchen etwas enttäuscht, aber der nächste Tauchurlaub steht schon vor der Tür und dann wird noch einmal ausgiebig in Warmwasser getestet. So schnell geb ich nicht auf.


Emergence du Ressel
Maximale Tiefe: ca. 11 Meter
Sichtweite: 10 – 20 Meter
Wassertemperatur: ganzjährig ca. 13° C
getauchtes Gas: Nitrox 31%

Gouffre de Cabouy
Maximale Tiefe: ca. 31 Meter
Sichtweite: 1 – 7 Meter
Wassertemperatur: ganzjährig ca. 13° C
getauchtes Gas: Nitrox 31%

Cunhac
Maximale Tiefe: ca. 24 Meter
Sichtweite: 10 – 12 Meter
Wassertemperatur: ganzjährig ca. 13° C
getauchtes Gas: Nitrox 31%

 

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