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Führerschein mit Typ 1 Diabetes – Update oder: bei mir piept’s mal wieder

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Fahrstunde (1)

Vor kurzem habe ich ja berichtet, dass ich nun endlich in die Puschen gekommen bin und den Führerschein mache.

Ja, und es kam wie erwartet, die Führerscheinstelle hätte gerne eine „Bescheinigung über den Diabetes“. Vorher wird der Antrag nicht weiter bearbeitet und ich werde nicht zur Theorieprüfung zugelassen. Also habe ich gleich am nächsten Tag bei meiner Diabetologin angerufen. Und was ein Glück, das war der erste Tag ihres 3,5 wöchigen Urlaubs. Na super 🙁 Ich hab dann der Arzthelferin vorgeschlagen, das Schreiben vom Amt an die Praxis zu mailen, dann könnte meine Ärztin die Bescheinigung vorbereiten, und ich hole sie dann ab, schließlich kennt sie mich ja schon eine Ewigkeit. Die Arzthelferin hatte aber irgendwie keinen Plan und wollte mich dann erst einmal für ein Gutachten einbestellen. Nein, ein Gutachten ist nicht gefordert. Trotzdem und hin und her – letztendlich hab ich jetzt erst in 1,5 Wochen einen Termin. Ok… oder auch nicht. Mich hat das ganze dann mal wieder in eine kleine, aber auch nur ein paar Stunden anhaltende, Grundsatzkrise gestürzt, weil alles immer so verkompliziert wird.

Inzwischen seh ich das ganze aber entspannt. Hab das Führerscheinmachen Jahre vor mir hergeschoben, dann kann ich jetzt auch noch ein wenig warten. Ich bin einfach zu ungeduldig.

Dafür hab ich aber auch ne Menge Spaß. Vor ein paar Tagen hatte ich meine erste Fahrstunde. Vorher war ich zweimal mit Birk auf dem Verkehrsübungsplatz, um schon wenigsten mal Anfahren, Schalten, Anhalten und so ausprobiert zu haben. Die Fahrstunde selbst war super. Autofahren macht Laune 🙂 Warum hab ich das nicht schon viel früher gemacht?

Aber zu rund darf es natürlich auch nicht gehen 😉 Bevor wir ins Auto gestiegen sind, hab ich nochmal ordnungsgemäß meinen Blutzucker gecheckt. Alles gut, kann losgehen. Nachdem mein Fahrlehrer mir erstmal ausführlich das Auto erklärt hat, bin ich dann gleich selbst losgefahren. Wir waren noch keine 10 Minuten unterwegs, da fängt meine Pumpe an Alarm zu piepen. „Mist, meine Pumpe piept.“ „OH, was bedeutet das jetzt?“ „Nicht so wild. Wahrscheinlich nur ne Warnung, dass ich in ein paar Stunden auffüllen oder Batterie wechseln muss.“ Also erstmal rechts ran und Alarm ausschalten (war nur die Warnung für Restfüllung). Ok, also beim nächsten mal schau ich vorher nochmal, wie voll die Pumpe noch ist.

 

4 Kommentare

  1. Hallo;)
    Der große Fehler dabei war vermutlich, den Diabetes überhaupt anzugeben. Meine Fahrschule meinte damals, es gäbe keine Pflicht dazu und würde nur zu Problemen führen. Hoffe, dass es bei dir jetzt aber problemlos läuft und du nicht alle paar Jahre wieder ein Attest vorlegen musst. Denn die Definition, ab wann man als Diabetiker dauerhaft fahruntauglich ist, ist ja auch nicht einfach….
    Lg, Sandra

    • Hallo Sandra,
      ja doof, aber leider kam ich nicht drumrum den Diabetes anzugeben. Ich hatte bei einigen Fahrschulen nachgefragt. Hier in Bremen ist das (zur Zeit) leider Pflicht, die Erklärung zum Gesundheitszustand mit dem Antrag auszufüllen und eine Falschangabe wollte ich nicht machen. Aber da man ja neuerdings als Diabetiker auch Berufskraftfahrer werden kann, hab ich viel Hoffnung, dass alles gut wird.
      LG Iris

  2. Meine Anfrage beim Stadtamt Bremen ergab folgende Antwort:

    Sehr geehrter Herr Manhold,

    in Bremen geben wir bei der Antragstellung einen Fragebogen über den Gesundheitszustand aus. In diesem wird explizit nach Stoffwechselerkrankungen gefragt. Der Antragsteller ist verpflichtet wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Tut er dies nicht, hat er vorsätzlich falsche Angaben gegenüber einer Behörde gemacht. Wenn eine Fahrerlaubnis unter falschen Voraussetzungen erteilt wird und wir später davon erfahren werden wir ihn einer Eignungsüberprüfung als Inhaber unterziehen und haben auch zu prüfen ob wir die Fahrerlaubnis widerrufen, weil sie erschlichen wurde..

    Anders sieht es bei einem Fahrerlaubnisinhaber aus. Erkrankt er an Diabetes obliegt es zunächst seiner eigenen Verantwortung prüfen zu lassen, ob er den Voraussetzunge nach Anlage 4 der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) noch entspricht. Eine Anzeigepflicht gegenüber der Behörde besteht nicht. Wenn wir davon erfahren werden wir ein fachärztliches Gutachten unter Fristsetzung anordnen.

    Mit freundlichem Gruß

    Im Auftrag
    N.K.
    ———————————————–
    Im Landkreis Wesermarsch ist die Angabe dazu freiwillig und ohne Folgen, wenn sie nicht erteilt wird.
    In der Stadt Delmenhorst ist die Angabe ebenfalls freiwillig.

    Es gibt also keine einheitliche Regel innerhalb Deutschlands dazu.

    Gruß, Egon

    • Hallo Egon,
      danke Dir! Dann habe ich ja alles richtig gemacht. Ich gehe auch einfach mal davon aus, dass ich nach Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung dann zur Führerscheinprüfung zugelassen werde.
      Viele Grüße, Iris

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