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Highlands, Inseln, Scapa Flow – Tauchen oder… Rückblick Teil 1

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John L - Stromness

Schon eine Woche hat mich der Alltag in Bremen wieder. Allerhöchste Zeit für einen Rückblick!

Auf den Orkneys hatten wir es echt gut getroffen. Unsere Truppe auf dem Schiff und im Haus bestand aus acht Engländern, zwei Österreichern und uns zweien. Die Engländer (oder um genau zu sein sieben Engländer und eine Engländerin) waren klasse, wir hatten sehr viel Spaß. Unser Skipper Angus war früher Berufstaucher und strahlte eine ungeheure Ruhe aus und sein Hund Hector hatte an Board alles im Blick.

Jeden Morgen kam Rose zu uns ins Haus und hat für die ganze Bande Frühstück gemacht. Da man beim Tauchen unheimlich viel Energie verbrennt, hab ich jeden Morgen mit einem Porridge und Scottish Breakfast begonnen. Und Mittags auf dem Boot gab es immer eine Suppe mit Rolls (die schottischen Brötchen) zum Mittag. So hat der Zucker auch gut mitgespielt. Ich hatte keine nennenswerten Ausreißer nach oben, sodass keine größere Korrekturen notwendig waren. Vorsichtshalber gab’s vor jedem Tauchgang noch einen Saft oder Smoothie.

Unser Boot war die John L (auf dem Foto), ein umgebauter Fischkutter und mit einem Taucherlift ausgerüstet.

Die Wracks von Scapa Flow liegen seit fast hundert Jahren auf dem Meeresgrund. Die kaiserliche Hochseeflotte, die damals aus 74 Schiffen bestand, wurde nach  dem Ende der Kampfhandlungen des ersten Weltkriegs gemäß den Waffenstillstandsbestimmungen im schottischen Scapa Flow interniert. Am 21. Juni 1919 veranlasste der Konteradmiral Ludwig von Reuter die Selbstversenkung der Flotte. Er vermutete, dass die deutsche Regierung den Friedensvertrag von Versailles nicht annehmen würde und in Kürze wieder der Kriegszustand herrsche. Die deutsche Flotte sollte den Briten dann nicht unversehrt in die Hände fallen.

Von den einst 74 sind die meisten wegen des Stahls gehoben worden und nun liegen nur noch sieben auf dem Grund der Bucht von Scapa Flow (es liegen noch andere Wracks dort, die aber nicht zur kaiserlichen Flotte gehörten). Wer mehr über die Wracks erfahren möchte, dem kann ich diese (englischsprachige) Seite sehr empfehlen: http://www.scapaflowwrecks.com

Scapa Flow - Tauchen

Vom Tauchen war ich überrascht. Ich hatte mit wirklich schlechteren Bedingungen gerechnet. Wobei ich aber auch sagen muss, dass wir unglaubliches Glück mit dem Wetter hatten, nur am ersten Morgen ein wenig Regen aber dann nur Sonne, kaum Wind und ruhige See. Scapa Flow ist berüchtigt für Tiefe, Kälte und Dunkelheit. Gut, warm ist das Wasser nicht und flach liegen die Wracks nun auch nicht gerade, aber dunkel? Wenn man sonst nur in tropischen Gewässern, dem roten Meer oder dem Mittelmeer taucht, dann stimmt das sicher, aber wer in den heimischen Gewässern unterwegs ist, der ist „schlimmeres“ gewohnt. Etwas Erfahrung sollte man allerdings schon mitbringen, für Anfänger kann ich das Tauchen dort nicht empfehlen.

Das erste Wrack, das wir getaucht haben, war die SMS Dresden. Ich muss schon zugeben, ich war schon ein wenig nervös, aber die Aufregung war schnell verflogen, als wir abgetaucht sind. Und mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht bin ich dann wieder aufgetaucht. Den zweiten Tauchgang an diesem Tag haben wir dann an der F2 gemacht. Abgesehen von der besonderen Atmosphäre, die ich beim Wracktauchen so mag, hat mich die Artenvielfalt quasi umgehauen.

Am zweiten Tag hat die Sonne mir sogar eine rote Nase verpasst. Vormittags sind wir an der SMS Cöln getaucht, die mir von allen Wracks am besten gefallen hat, und am Nachmittag an der SMS Karlsruhe.

Mein persönliches Highlight ist mir am dritten Tag an der Kronprinz Wilhelm begegnet. Die Kronprinz Wilhelm ist eines von drei Schlachtschiffen. Das Schiff ist riesig und liegt fast auf dem Kopf, sodass der Tauchgang ziemlich tief beginnt, damit man sich die Geschütze über Grund ansehen kann. Wir sind schon etwas höher an der Außenwand entlang getaucht, als ich mit meiner Lampe in eine Luke geleuchtet habe und mich zwei große dunkle Augen angeschaut haben. Eine Robbe!!! Sie hat herausgeschaut und ist dann ins innere des Wracks abgetaucht. Ich war völlig aus dem Häuschen. Aufgeregt habe ich Birk mit Gesten verständlich gemacht, was ich gerade gesehen habe. Fantastisch! Als wir oben auf dem Bug entlang getaucht sind, hat sie uns noch einmal überholt und ist unter uns vorbeigeschossen und als wir an der Schotleine aufgetaucht sind, hat sie unter uns noch ein paar Bahnen gezogen. Das war besser als alles, was ich mir zu träumen gewagt hatte.

Am Nachmittag sind wir dann noch an der SMS Brummer getaucht. Allerdings war dies der insgesamt anstrengendste Tauchgang für mich, weil wir bei Abtauchen Strömung hatten und ich schon etwas aus der Puste war, als wir unten ankamen. Aber unten angekommen gibt es zum Glück immer Möglichkeiten, sich ein strömungsschattiges Plätzchen zu suchen.

Leider hat mir dann meine Gesundheit einen Strich durch die verbleibenden drei Tauchtage gemacht und ich konnte nicht mehr ins Wasser. Doch so hatten wir Gelegenheit, die Orkneys bzw. Mainland einmal ausgiebig zu erkundigen, denn es gibt eine Menge zu entdecken. Aber dem widme ich mich im nächsten Artikel.

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