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Ich kann (fast) alles – Essen und Tauchen

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Es ist wie mit dem Essen – immer wenn mich einer fragt, ob ich irgendwas nicht essen darf, dann gibt es nur eine Antwort: „ Ich darf alles essen!“ Manche Sachen sind vielleicht nicht ganz so optimal, z.B. verzichte ich heute noch auf normale Cola, oder wenn ich eh schon einen erhöhten Wert haben, hau ich mir nicht gerad noch ein paar Gummibärchen oben drauf. Oder ich muss mir etwas reinquälen, weil ich unterzuckert bin, hab aber keinen Appetit. Aber trotz dieser Einschränkungen darf ich ja trotzdem grundsätzlich alles essen.

So ist es mit dem Tauchen auch. Meistens geht eigentlich alles, manchmal auch nicht. Und dann fühle ich mich eingeschränkt – schon etwas mehr als beim Verzicht auf Cola 😉 Auch wenn es bisher wenige waren, musste ich schon mal Tauchgänge aussetzen.

Beim Tauchen von einem Tauchboot aus gehen ja eigentlich alle Taucher mehr oder weniger gleichzeitig ins Wasser. Wenn dann der Blutzucker in diesem Moment nicht in einem Bereich ist, bei dem man tauchen sollte, dann kann es schon passieren, dass man an Bord bleiben muss. Das ist mir glücklicherweise noch nicht passiert, weil ich an Tauchtagen extrem engmaschig kontrolliere. Ok, am Ende des Tages stelle ich dann auch mal fest, dass ich bei zu niedrigen Werten etwas überreagiert habe und zu viel Extra-Energie nachgefuttert habe.

Geht man selbstständig mit seinem Tauchpartner los, dann hat man auch eher mal die Zeit zu warten bis der Blutzuckerwert zufriedenstellend ist. Es ist schon vorgekommen, dass wir ein Stündchen im Anzug rumstanden, bis es dann losgehen konnte. Da ist die Geduld des Buddys gefragt.

BZ messen

Ich habe aber auch schon Tauchgänge ausgesetzt, weil die Zuckerwerte über einen längeren Zeitraum so hoch waren, dass ich davon ausgehen musste, dehydriert zu sein. Gerade bei mehrtägigen Tauchaktivitäten entsättigt man nicht vollständig und dann steigt das Risiko einer Dekompressionserkrankung. Neben einem guten Blutzucker vor dem Tauchgang ist trinken mindestens genauso wichtig! Auch Nicht-Diabetiker sollten immer ausreichend viel trinken, um einer Dekompressionserkrankung vorzubeugen. Aber gerade wir Diabetiker sind da noch mehr gefährdet. Nichts oder wenig zu trinken, weil man Angst hat, man müsse dann während des Tauchgangs, ist lebensgefährlich. Auch wer Trockentaucher ist, kann sich ein „Pinkelventil“ (oder „Pee Valve“) in den Anzug einbauen lassen – und das geht auch für Frauen. Infos gibt es hier: She-P.com Die Seite ist auf Englisch, es gibt aber auch eine deutsche Facebook-Gruppe zum Austausch von Tipps und Tricks (She-P Girls Germany).

Pee Valve Pic

Im Großen und Ganzen waren es aber bisher im Verhältnis sehr wenige Tauchgänge, auf die ich verzichten musste oder die sich sehr verzögert haben. Aber da ich ja gerne noch ein paar Jährchen weiter tauchen und ein paar hundert Tauchgänge mehr machen möchte, verzichte ich lieber auch mal. Außerdem halte ich es grundsätzlich so, wie ich es beim Höhlentauchkurs gelernt habe: Jeder kann jederzeit einen Tauchgang abbrechen, ohne einen Grund dafür angeben zu müssen. Gruppendruck ist beim Tauchen völlig fehl am Platz. Und wenn Euch mal jemand mit Unverständnis begegnet oder Euch unter Druck setzt, dann ist es nicht der richtige Tauchpartner – weder für Euch noch sonst jemanden.

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