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Tauchen lernen – mit und ohne Diabetes

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Dugong

Du möchtest Tauchen lernen, weißt aber nicht wo und wie, dann hab ich hier mal ein paar völlig subjektive Tips 🙂 Warum subjektiv? Da kommen wir gleich noch zu…

Erst einmal solltest du vorher eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung machen lassen. Diabetes ist kein Ausschlusskriterium, auch wenn manche Schlaumeier einen das gerne weismachen möchten. Nur nicht einschüchtern lassen.

Grundsätzlich würde ich vor dem Einstieg in einen Tauchkurs ein Schnuppertauchen machen, damit du ausprobieren kannst, wie es sich für dich unter Wasser anfühlt und wie es ist, unter Wasser zu atmen. Dafür ist zwar nicht gleich eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung bzw. eine Bescheinigung darüber erforderlich, aber es muss eine Erklärung zum Gesundheitszustand ausgefüllt werden und bevor es zum Uneinigkeiten kommt, bist du mit der Tauchtauglichkeit in der Tasche auf der sicheren Seite.

Wo mach ich den Tauchschein? In Deutschland? Im Ausland?
Hier das erste Beispiel für „subjektiv“. Es gibt viele, die der Meinung sind, man sollte die Tauchausbildung auf jeden Fall in Deutschland machen. Wenn man mit der Kälte und der meist nicht sonderlich guten Sicht zurechtkäme, dann wäre es dann im ersten Tauchurlaub in tropischen Gewässern ein Kinderspiel. Und außerdem sei die Ausbildung in Deutschland ja soviel besser. Ja, kann man so sehen, und in punkto Kälte und Sichtverhältnisse ist vielleicht auch was dran. Trotzdem bin ich da etwas anderer Meinung. Als Tauchschüler hat man eh so viel mit all dem Neuen, der Technik, den Übungen usw. zu tun, da finde ich persönlich schöner, wenn man dann auch noch etwas was zu gucken hat und auch ein wenig genießen kann. Mit der Zeit und etwas Übung kommt dann automatisch die Sicherheit, auch in etwas „schwierigeren Bedingungen“ gut zurecht zu kommen. Und ob die Qualität der Ausbildung in Deutschland grundsätzlich besser ist, das ist meiner Meinung nach abhängig vom Tauchlehrer.

Wie finde ich den richtigen Tauchlehrer bzw. die Tauchbasis?
Im Idealfall kennst du jemanden, der kürzlich einen Tauchschein gemacht hat und der dir aus Erfahrung berichten kann. Meistens ist das aber nicht so – war es bei mir auch nicht. Ganz hilfreich ist die Plattform taucher.net. Hier kannst du Berichte und Bewertungen anderer Taucher zu Tauchbasen in aller Welt finden. Wir haben uns auch schon oft daran orientiert. Nimm Kontakt auf, stelle Fragen.

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Welcher Verband ist der richtige für mich? PADI, CMAS, SSI,…
Auch das ist wieder so eine Sache. Für mich ist nicht die Frage, was drauf steht, sondern wie der Inhalt vermittelt wird und das macht ja der Tauchlehrer und nicht der Verband. Und auch wenn die Tauchverbände eigene Philosophien vertreten, wird doch im Prinzip das gleiche gelehrt, vielleicht nur auf eine andere Art und Weise. Ich habe tauchen gelernt bzw. angefangen bei PADI und inzwischen bei verschiedenen anderen Verbänden weitere Kurse absolviert und ich habe fast nur tolle Tauchlehrer gehabt.

So, jetzt habe ich den Ort, die Tauchbasis und den Tauchlehrer gefunden – was brauche ich?
Eigentlich nichts… das kannst du dir meistens alles bei der Tauchschule oder -basis leihen. Vielleicht ist es ganz schön, eine eigene Tauchmaske zu haben, weil die sollte wirklich gut sitzen. Die kaufst du am besten irgendwo, wo du sie aufprobieren kannst. Es gibt tausend Formen von Masken und nicht jede passt für jedes Gesicht. Vielleicht möchtest du schon einen eigenen Anzug oder Flossen haben, lass dich da am besten beraten, die Sachen müssen gut sitzen.

Tauchunfallversicherung, ja oder nein?
Das war für mich überhaupt keine Frage. Die hab ich gleich abgeschlossen, als ich mit dem Tauchen angefangen habe. Man will natürlich davon ausgehen, dass man sie nie in Anspruch nehmen muss, aber man weiß ja nie. Und ist dann mal der Ernstfall eingetreten, zahlen die meisten „normalen“ (Auslands-)Krankenversicherungen keine Druckkammerbehandlung. Außerdem hab ich gleich eine gute Auslandsreisekrankenversicherung dabei und bin sehr zufrieden.

Bist du Diabetiker empfehle ich dir, immer ein, zwei Tuben Jubin in der Tasche zu haben, die du unter Wasser einnehmen kannst. Wenn du dich mit dem Tauchen einigermaßen sicher fühlst, dann üb doch mal im flachen Wasser eine Tube einzunehmen. Vielleicht schon mit deinem Tauchlehrer oder später mit deinem Tauchpartner. Vielleicht schluckst du mal ein wenig Meer- oder Seewasser dabei, aber eigentlich geht das ganz gut.

Hast du noch Fragen? Dann werde ich gerne versuchen, sie zu beantworten 🙂

Kleiner Nachtrag zu gut sitzenden Masken: sind auch hilfreich beim Kochen 😉

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6 Kommentare

  1. Jubin hat sich bei mir auch bewährt. …:)

  2. Sehr wichtig ist es dass du eine Buddy hast der dich und deinen Diabetes sehr gut kennt und weiß was zu tun ist, wenn der Zucker mal entgleist sowohl nach oben als auch nach unten. Auch das Tauchteam der Basis oder auch dem Tauchboot muss informiert sein. Kühltaschen an Bord, Kühlakkus etc. sowieso und mindestens eine Person an Land oder auf dem Boot die nicht im Wasser ist muss wissen wo die Notfallspritze ist und wie das alles zu handhaben ist.

    • Da hast Du recht. Mein Buddy weiß gut bescheid. Wenn ich auf einem Tauchboot mit Guide unterwegs bin, dann informiere ich den Guide immer darüber, dass ich Diabetes habe und was ich mache, wenn ich mich unter das Gefühl haben sollte, der Zucker wäre zu niedrig. Also an Tauchpartner und Guide das Zeichen für „Low“, mit Zeigefinger und Daumen ein „L“ formen, Zucker aus der Tube schlucken und Tauchgang beenden. Glukagonset habe ich für auch immer an Board. Aber bisher musste ich glücklicherweise noch nicht einmal einen Tauchgang abbrechen. Dafür bin ich aber schon ein paar mal NICHT mit ins Wasser gegangen, weil der BZ nicht entsprechend gut war. Aber was ist schon ein Tauchgang gegen hunderte die noch kommen sollen 😉

  3. Interessanter Blog … würde gern mehr von Deinen Erfahrungen zum Thema Tauchen mit Diabetes erfahren …

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